MINI.STADT
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Patrizia Egloff: Orientierung bieten
Die 36-jährige Nesslauerin steht seit 2019 als Präsidentin an der Spitze des Fördervereins energietal toggenburg. Wer ihren Lebenslauf betrachtet, merkt rasch: Neugier, Offenheit und vielseitiges Engagement ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Mehrere Jahre ihrer Kindheit und Jugend hat Patrizia Egloff mit ihrer Familie in South Carolina (USA) verbracht. «Nach der Rückkehr in die Schweiz besuchte ich die Kanti in Wattwil», berichtet Patrizia Egloff. Schon damals zog es sie hinaus in die Welt. Ein Sprachaufenthalt führte sie nach Ecuador, später kehrte sie erneut dorthin zurück. Dort arbeitete sie unter anderem in einer Bäckerei in Quito und engagierte sich in sozialen Projekten.
Zurück in der Schweiz entschied sie sich für ein Studium, das viele ihrer Interessen miteinander verband. An der Universität Basel absolvierte sie den Masterstudiengang Sustainable Development mit Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung. «Die Masterarbeit verfasste ich im Energiebereich – ein Thema, das mich gepackt hat und bis heute begleitet!», erzählt Patrizia Egloff mit leuchtenden Augen.
Toggenburg – bis 2034 energieautark
2016 stiess Patrizia Egloff als Projektleiterin zu energietal toggenburg. Bereits ein Jahr später übernahm sie die Geschäftsleitung, seit 2019 präsidiert sie den Verein.
«Das Toggenburg soll seine Energiezukunft möglichst selbst gestalten.»
Patrizia Egloff, Präsidentin energietal toggenburg
Der Förderverein energietal toggenburg entstand vor 17 Jahren aus der Bevölkerung heraus. «Die Idee dahinter war ebenso einfach wie ambitioniert: Das Toggenburg soll seine Energiezukunft möglichst selbst gestalten», erklärt Patrizia Egloff. Daraus entwickelte sich eine Vision, die bis heute den Verein prägt. Die Präsidentin sagt: «Bis 2034 soll die Region energieautark werden. Bis 2059 soll das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft erreicht sein.»
«Bis 2034 soll die Region energieautark werden. Bis 2059 soll das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft erreicht sein.»
Patrizia Egloff, Präsidentin energietal toggenburg
Was nach grossen Schlagworten klingt, zeigt sich im Alltag oft ganz konkret. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer lassen sich beraten, Gemeinden planen neue Projekte, Unternehmen suchen nach Lösungen für eine nachhaltigere Energieversorgung. «Wir begleiten diese Prozesse als neutrale Fachstelle», sagt Patrizia Egloff.
Mitwirken im Wärmeverbund Lichtensteig
Der Verein bringt Gemeinden, Fachleute, Unternehmen und Privatpersonen an einen Tisch. Manchmal geht es um eine Solaranlage auf einem historischen Gebäude, manchmal um die Zukunft der Wärmeversorgung eines Dorfkerns. Nicht jede Idee wird umgesetzt, nicht jedes Projekt gelingt. Doch die Bereitschaft, miteinander zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, zieht sich durch viele erfolgreiche Vorhaben.
«Ein Beispiel dafür ist auch der Wärmeverbund in Lichtensteig», sagt Patrizia Egloff, und weiter: «Als die Idee noch keinen klaren Träger hatte, half energietal toggenburg mit, verschiedene Akteure zusammenzubringen und den Prozess anzustossen.» Heute begleitet der Verein das Projekt weiterhin beratend.
Energie beginnt oft mit einer Frage
In Gesprächen mit der Bevölkerung begegnet Patrizia Egloff immer wieder derselben Ausgangslage: Viele Menschen möchten einen Beitrag leisten, wissen aber nicht genau, wo sie anfangen sollen. Soll die alte Heizung ersetzt werden? Lohnt sich eine Photovoltaikanlage? Welche Förderprogramme gibt es?
Sie meint dazu: «Hier sehe ich eine der wichtigsten Aufgaben von energietal toggenburg – nicht politische Positionen vertreten, sondern Orientierung bieten.» Es geht vor allem darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, Kosten grob einzuschätzen, Zusammenhänge zu erklären und Sicherheit für Investitionsentscheide zu schaffen.
«Hier sehe ich eine der wichtigsten Aufgaben von energietal toggenburg – nicht politische Positionen vertreten, sondern Orientierung bieten.»
Patrizia Egloff, Präsidentin energietal toggenburg
«Es ist aber auch sehr wichtig, dass wir Energiefragen nicht isoliert betrachten», erklärt Patrizia Egloff. Energiesparen, Gebäudesanierungen, lokale Energieproduktion und der persönliche Lebensstil gehören für sie zusammen.
Vielseitig interessiert und engagiert
Neben ihrem Engagement für das Toggenburg als Energietal ist Patrizia Egloff in zahlreichen weiteren Organisationen aktiv. Sie engagiert sich im Toggenburger Frauennetzwerk Frieda & Idda, präsidiert den Verein der Kindertagesstätte Obertoggenburg und wirkt als Stiftungsrätin bei Zukunft.Bahnhof mit.
In ihrer Freizeit zieht es sie nach draussen. Sie sammelt Pilze, geht fischen oder verbringt Zeit auf einer Alp. Gleichzeitig schätzt sie Begegnungen mit Menschen, Konzerte, Feste und Gespräche. Was andere bewegt, interessiert sie.
Ein Wunsch fürs Tal
Wenn Patrizia Egloff an das Toggenburg der Zukunft denkt, spricht sie nicht nur über Kilowattstunden oder Energiekennzahlen.
«Ich wünsche mir eine Region, in der sich Menschen gegenseitig unterstützen. Es braucht mehr Miteinander statt Gegeneinander». Es brauche Offenheit gegenüber neuen Ideen, aber auch Respekt für Traditionen. «Also eine Region, die Vielfalt zulässt und gleichzeitig weiss, was sie verbindet», fasst Patrizia Egloff zusammen. Energie entsteht für sie auch aus dem Vertrauen, gemeinsam etwas bewirken zu können.
«[Das Toggenburg] eine Region, die Vielfalt zulässt und gleichzeitig weiss, was sie verbindet»
Patrizia Egloff, Präsidentin energietal toggenburg
Patrizia Egloff ist Präsidentin des Fördervereins energietal toggenburg. Die 36-jährige Nesslauerin hat Sustainable Development an der Universität Basel studiert und ist seit 2016 für energietal toggenburg tätig. Neben ihrem Engagement für Energie- und Nachhaltigkeitsthemen setzt sie sich in verschiedenen Vereinen und Organisationen im Toggenburg ein. Patrizia Egloff ist verheiratet und hat drei Kinder.
Mehr zum Energietal erfahren Sie hierExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..
energietal toggenburg
Bahnhofstrasse 1
9630 Wattwil
Tel. 071 987 00 77
info@energietal-toggenburg.ch
WebsiteExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Text & Bild: Nadja Brändle (Stadtverwaltung)




