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Alena Kost: Umzug mit Keramik in die Hauptgasse

10. September 2026
Ab dem 1. Oktober wird an der Hauptgasse 17 nicht nur Keramik ausgestellt und verkauft. Dort wird auch gearbeitet, ausprobiert, gebrannt und gestaltet. Die Keramikkünstlerin Alena Kost zieht mit ihrem Atelier vom Stadtufer mitten ins Städtli. Für sie entsteht damit ein Ort, der Atelier, kleine Galerie und Laden zugleich ist.

Etwas mehr als ein Jahr lang arbeitete Alena Kost in ihrem Atelier im Stadtufer. In dieser Zeit ist einiges dazugekommen: zwei Brennöfen, eine Plattenwalze, eine Töpferscheibe und eine Spritzkabine für Glasuren. Nun braucht die Keramikkünstlerin mehr Platz. Doch der Umzug in die Hauptgasse ist für sie weit mehr als eine räumliche Veränderung. Er ist ein Schritt ins Zentrum von Lichtensteig – und für Alena auch ein Stück Heimkommen.

Vom Stadtufer mitten ins Städtli

Vor ihrem Umzug in die Schweiz hatte Alena bereits ein eigenes Atelier. Nun wieder einen eigenen Ort im Zentrum einer kleinen «Stadt» zu haben, fühle sich deshalb fast wie Heimkommen an, erzählt sie.

Auch ihr kleiner Kiosk mit eigenem Porzellan und anderen lokalen Produkten soll mitkommen. Für Alena gehört dieser ins Zentrum, «dorthin, wo das Leben stattfindet». Vor allem aber möchte sie ihre Arbeit sichtbarer machen. Wer an der Hauptgasse 17 vorbeigeht, soll durchs Fenster beobachten können, was gerade entsteht. Das kann ein Kunstwerk sein – oder eine Porzellantasse.

«Ich glaube, dass dieser ‘Kiosk’ genau ins Stadtzentrum gehört. Dort, wo das Leben stattfindet.» - Alena Kost

Denn hinter der Tür entsteht kein klassischer Laden. Alena beschreibt den neuen Ort als Kunstatelier, kleine Galerie und Laden zugleich. Besucherinnen und Besucher können ihr bei der Arbeit begegnen, ihre Kunst aus der Nähe betrachten und Fragen stellen. Kaufen kann man natürlich auch: Porzellangeschirr, Kunstwerke, keramische Gefässe, Objekte für den Innenraum und Gutscheine für Workshops. Und noch etwas Besonderes soll es geben. Was genau, verrät Alena noch nicht. «Das bleibt vorerst ein kleines Geheimnis», sagt sie mit einem Schmunzeln.

Nur herein!

Feste Öffnungszeiten wird es vorerst nicht geben. Alena verbindet ihre Arbeit mit der Betreuung ihrer kleinen Tochter und verbringt einen grossen Teil ihrer freien Zeit im Atelier. Wer sicher sein möchte, dass sie da ist, kann vorab einen Termin vereinbaren.

Gleichzeitig soll der neue Raum möglichst unkompliziert zugänglich sein. Durch das Schaufenster wird immer wieder etwas anderes zu entdecken sein. Und wer neugierig wird, darf einfach hereinkommen. «Man kann einfach die Tür öffnen, Hallo sagen, meine Arbeit aus der Nähe anschauen und Fragen stellen. Ich möchte, dass das Atelier ein lebendiger und offener Ort ist», erklärt sie.

«Man kann einfach die Tür öffnen, Hallo sagen, meine Arbeit aus der Nähe anschauen und Fragen stellen. Ich möchte, dass das Atelier ein lebendiger und offener Ort ist.» - Alena Kost

Workshops mit viel Vielfalt

Auch die Workshops, die Alena bereits im Stadtufer angeboten hat, ziehen mit in die Hauptgasse. Diese sollen künftig noch vielfältiger werden. Das Programm bis Ende Jahr steht bereits. Geplant sind unter anderem ein Workshop für ein keramisches Lichtobjekt, ein Brunch mit Ton, ein Familienworkshop und vor Weihnachten ein Porzellanworkshop.

Mitmachen können Kinder und Erwachsene, Menschen ohne Vorkenntnisse genauso wie jene, die bereits Erfahrung mit Ton haben. Wichtig ist Alena, dass dabei nicht zehnmal das gleiche Objekt entsteht. Jede Person arbeitet im eigenen Tempo und sucht ihre eigene gestalterische Lösung.

Künftig möchte Alena auch eigene Kurse und Workshops speziell für Kinder anbieten. Erfahrungen bringt sie hier bereits mit: Zurzeit arbeitet sie auch in einer kleinen Kunstschule in Baden.

Ein neuer Ort – auch persönlich

Hinter dem Umzug steckt noch eine andere Geschichte. Alena kam mit ihrem Mann, ihrem Hund und zwei Katzen wegen des Krieges in der Ukraine in die Schweiz. Vier Jahre unfreiwilliger Emigration, der Verlust ihres Zuhauses und später die Geburt ihrer Tochter bedeuteten, das gewohnte Leben neu zu ordnen.

Nun zieht fast gleichzeitig mit dem Atelier auch die Familie nach Lichtensteig. Alena beschreibt diesen Moment als «einen Atemzug frischer Luft». Sie möchte hier neue Kontakte knüpfen, ihre Leute finden, weiter Deutsch lernen und der lokalen Kultur näherkommen.

Dass dies ausgerechnet hier in Lichtensteig geschieht, bedeutet ihr viel. Sie schätzt die Unterstützung für Kunstschaffende und kleine lokale Betriebe und hat das Gefühl, hier wachsen und Teil einer Gemeinschaft werden zu können.

«Deutsch erscheint mir zurzeit sogar schwieriger als das launischste Porzellan.» - Alena Kost

Am 6. November öffnet sie ihr neues Atelier offiziell mit einer Eröffnung. Bis dahin gibt es einiges einzurichten, zu zügeln und vermutlich auch schon wieder zu töpfern.

 

Alena Kost ist Keramikkünstlerin. In ihrer Arbeit entstehen Kunstwerke, Skulpturen und keramische Objekte ebenso wie Porzellangeschirr. Seit etwas mehr als einem Jahr arbeitet sie in Lichtensteig. Aktuell befindet sich ihr Atelier noch im Stadtufer, ab dem 1. Oktober 2026 ist sie an der Hauptgasse zu finden. Neben der Keramik liebt Alena Kaffee und Yoga und gibt jeden Sonntag eine private Yogastunde. Mit Ton findet sie nach eigenen Worten leichter eine gemeinsame Sprache als mit Fremdsprachen: «Deutsch erscheint mir zurzeit sogar schwieriger als das launischste Porzellan.»

Atelier, Galerie & Laden
Alena Kost
Hauptgasse 17
9620 Lichtensteig
https://alenakost.art/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

ab 1. Oktober 2026

Alena Kost in ihrem bisherigen Atelier im Stadtufer