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Gemeinde

Geschichte

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Die Geschichte von Idda von Toggenburg

 

Es war ums Jahr 1170.

Auf der Toggenburg, in der Nähe von Kirchberg, reinigte die Burgherrin Idda ihren Schmuck, die goldene Halskette, die Armbänder und Ringe und legte sie auf dem Gesimse an die wärmende Sonne. Wie freute sie sich am funkelnden Glanz der Kostbarkeiten, und wie bewunderte sie immer und immer wieder das Schönste, ihren Ring, ein siebenfach gewundenes, goldenes Schlänglein mit dunkelgrün blitzendem Edelstein! Graf Heinrich hatte ihn ihr zum Hochzeitstag geschenkt.

Währenddem sie für eine Weile die Burgküche aufsuchte, um nach dem Gesinde zu schauen, geschah das Unglück. Eine Elster, durch den Glanz des Geschmeides angelockt, flog herbei, stahl den Ring und brachte das kostbare Spielzeug ihren krächzenden Jungen ins Nest. Als die Gräfin kurz darauf den Verlust ihres Ringes bemerkte, erschrak sie zutiefst, weil sie sich vor dem Zorn ihres Mannes fürchtete. Nicht lange darauf entdeckte ein Jägerbursche des Grafen das Elsternnest im Gipfel einer Tanne. Er wollte die jungen Vögel holen, um sie zu seinem Ergötzen abzurichten. Also kletterte er zum Horst hinauf und fand zu seinem Erstaunen einen wundervollen Ring, den er arglos an seinen Finger steckte.

Als der Graf den seltenen Ring an der Hand seines Dieners glitzern sah, schöpfte er einen furchtbaren Verdacht: «Hat ldda den Ring diesem Knecht an die Hand gesteckt? Schenkt sie ihre Liebe meinem Diener? Hat sie die eheliche Treue gebrochen?» Kreideweiss vor Eifersucht befahl er:

«Bindet den Burschen an den Schwanz meines Pferdes und schleift ihn den Burgweg hinunter zu Tode! Aus den Augen mit ihm!» Der unglückliche Diener fand nicht einmal Zeit, seine Unschuld zu beteuern, denn schon eilte der Graf schnaubend vor Zorn in die Burg und stürzte ins Zimmer der Frau. Mit dem Rufe: «Wo ist der Trauring hingekommen?» trat er vor sie hin und rüttelte sie an den Schultern. Die Gräfin erschrak, schwieg und erbleichte. Nun erst recht von ihrer Schuld überzeugt, packte Graf Heinrich in grenzenloser Wut seine Frau und stürzte sie zum offenen Fenster hinaus in die Tiefe des Burggrabens hinunter.

Doch Gott liess ein Wunder geschehen. Ohne Schaden zu nehmen, blieb die Gräfin in einem Gebüsch hangen, das aus der Felswand ragte. An den federnden Ästen einer Tanne liess sie sich vollends auf den sicheren Boden hinuntergleiten. Hier kniete sie nieder, und mit Tränen in den Augen dankte sie Gott dem Herrn für ihre wunderbare Rettung. Mühsam bahnte sich hierauf ldda einen Weg durch das Gestrüpp des Waldes, denn sie wollte niemals mehr in die Burg zurückkehren. In einer geräumigen Höhle fand sie schliesslich Schutz vor dem Unwetter und der Kälte des Winters. Moos und dürres Laub dienten ihr als Lager. Sie weihte ihr Leben fortan Gott dem Herrn und nährte sich von Wurzeln, Beeren, Nüssen und Pilzen des Waldes, sowie von den milden Gaben, welche ihr die Hirten der Umgebung spendeten.

Viele Jahre später jagte eines Tages Graf Heinrich im Wald. Er hatte einen Hirsch verfolgt und sich dabei in die tiefe Wildnis verirrt. Oh Schreck - da stand er plötzlich seiner totgeglaubten Frau, der frommen Einsiedlerin gegenüber. Er meinte ein Gespenst zu sehen und wollte fliehen. Doch er fasste sich und erkannte seine Gattin. Liebevoll bat er sie: «ldda, meine liebe Gemahlin, kehr doch wieder mit mir auf die Burg zurück!» Inzwischen war nämlich die Unschuld seiner Frau und des zu Tode geschleiften Knechtes längst bekannt geworden. Allein, ldda liess sich nicht überreden. Sie war nun Einsiedlerin geworden und wollte einzig Gott dem höchsten Herrn dienen. Wie seit Jahren pilgerte sie auch fortan jeden Tag in der Frühe nach Fischingen zur Kirche. Ein wundersamer Hirsch mit zwölf Kerzen auf dem Geweih begleitete sie zur Messe und erhellte mit mildem Licht das Dunkel des Waldes.

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte die ehemalige Gräfin im Kloster Fischingen in einer Zelle. Sie starb, von allen verehrt und tief betrauert, im Jahre 1179.

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